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Venenleiden vorbeugen

Gesunde Venen vollbringen Höchstleistungen, die wir kaum spüren. Zuverlässig transportieren sie verbrauchtes, sauerstoffarmes Blut aus Organen und Muskeln zurück zum Herzen. Täglich sind das rund 7.000 Liter Blut.

Foto: KI-generiert

Die Hauptarbeit verrichten ventilartige Klappen in den Venen, die dafür sorgen, dass das Blut nur in Herzrichtung fließt. Dank dieser „Rückschlagventile“ überwindet das Blut gegen die Schwerkraft den Höhenunterschied bis zum Herzen – in den Beinen ist das eine Strecke von immerhin rund eineinhalb Meter. Unterstützt wird dieser Prozess durch Herz und Atmung, die Wadenmuskelpumpe und die Spannung in der Gefäßwand. Doch dieses perfekte System kann schwächeln.

Volkskrankheit Venenleiden

Schwere und müde Beine, geschwollene Knöchel am Abend, ein feines Netz von Besenreisern auf Waden und Oberschenkeln, Hautveränderungen, Krampfadern: Sie alle sind Anzeichen dafür, dass die Venenklappen schwächer werden. Der Blutrückfluss zum Herzen ist behindert, das Blut staut sich in den Beinen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es bei rund 90 Prozent aller Deutschen Auffälligkeiten – von Besenreisern bis hin zu Flüssigkeitsansammlungen und offenen Beinen.

Darstellung einer gesunden Vene (links) und einer krankhaft veränderten Vene.

Venenfreundlicher Lebensstil – Ernährung und Bewegung

Eine Heilung fortgeschrittener Venenerkrankungen ist kaum möglich. Umso wichtiger ist eine vorbeugende, venenfreundliche Lebensweise.
Dazu zählt eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung mit Komponenten wie:
 

  • Ballaststoffe (z. B.: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte statt Weißmehl)
  • Antioxidantien (z. B.: Blaubeeren, Erdbeeren, Spinat, Grünkohl)
  • Omega-3-Fettsäuren (z. B.: Lachs, Makrele, Walnüsse, Leinsamen).

Ausreichende Bewegung, genauer: Gehen und Laufen, tut den Venen besonders gut, denn der Blutfluss hängt stark zusammen mit der Funktion der Beinmuskulatur, insbesondere der Wadenmuskulatur. Nicht umsonst gibt es die griffige 3L-/3S-Regel. Sie steht für
Laufen, Liegen → Lieber
Sitzen, Stehen → Schlecht.
 

Von Dr. Susanne Woelk


Bewegungstipps für gesunde Venen:

  • Viel zu Fuß gehen
  • Beim Sitzen Beine hochlegen
  • Konsequent Treppen steigen
  • Kneipp-Anwendungen (Wassertreten oder Beine kalt abduschen)
  • Bei längerem Sitzen: Füße nach außen und innen kreisen lassen, Zehen beugen und strecken, und die Füße von den Zehen auf die Ferse abrollen
  • Im Stehen: Öfter mal ein paar Sekunden auf Zehenspitzen balancieren, dann Fersen wieder absetzen
  • Sport treiben – z. B. Schwimmen, Walken, Radfahren
  • Auf längeren Reisen viel trinken und Reisestrümpfe tragen
  • Bei stehenden Berufen Kompressionsstrümpfe (Klasse I) tragen.

Die 3L-/3S-Regel

Die folgende Grafik veranschaulicht, warum laufen und liegen so wichtig für die Venengesundheit sind und warum sitzen und stehen ihr schaden:

Laufen:
Beim Laufen werden die tiefen Beinvenen durch die Beinmuskeln zusammengedrückt, was den Rückfluss des Blutes Richtung Herz unterstützt.
Liegen:
Liegen erleichtert den Rücktransport des Blutes zum Herzen, weil der Druck der Schwerkraft auf die Beinvenen abnimmt.
Sitzen und stehen:
Bei langem Sitzen und Stehen kann die Muskelpumpe nicht arbeiten, die den Rückfluss des Blutes aus den Beinen in Richtung Herz unterstützt.

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