Schützen, trinken, kühlen – So überstehen Sie die Sommerhitze
Viele Menschen leiden bei starker und anhaltender Hitze. Doch schon einfache Maßnahmen können gesundheitliche Risiken minimieren.
Bei Hitzewellen sinken die Temperaturen tagsüber nicht unter 28 Grad und nachts nicht unter 20 Grad. In Wohnräumen kann es sogar noch heißer werden. Doch viele Menschen spüren gar nicht, wie heiß es wirklich ist und unterschätzen die gesundheitlichen Gefahren von zu großer Hitze. Hilfreich sind dann die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes oder von Wetter-Apps. Auch digitale Thermo- und Hygrometer mit Smileys
oder Ampeln helfen, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit einfach zu kontrollieren. Ein weiteres Mittel sind Hitzewarnaufkleber, die sich ab etwa 26 Grad verfärben und so auf hohe Temperaturen hinweisen.
Hitzebeschwerden erkennen
An heißen Tagen sollten Angehörige besonders aufmerksam sein, um gesundheitliche Probleme der Pflegebedürftigen rechtzeitig zu erkennen. Warnsignale für Überhitzung sind Kurzatmigkeit, Schwindel, Benommenheit, blasse oder gerötete Haut sowie Fieber, Übelkeit und Krämpfe. Bleiben Ausscheidungen aus oder Hautfalten auf dem Handrücken stehen, deutet das auf einen Flüssigkeitsmangel hin. Viele Beschwerden lassen sich mit einfachen Mitteln lindern. Verschlechtert sich jedoch der Zustand, sollte der Rettungsdienst alarmiert werden.
Erste Hilfe bei Hitzeproblemen
Folgende Maßnahmen können akute Hitzebeschwerden lindern:
- Betroffene in einen kühleren Raum oder in den Schatten bringen
- Kleidung ausziehen
- in die stabile Seitenlage bringen
- Luft zufächern
- Wasser oder ungesüßten Tee anbieten
- Haut mit lauwarmem Lappen befeuchten
- kühlende Elemente auf Nacken, Leiste oder unter die Achseln legen
Getränke und Kühlelemente sollten nur moderat kühl sein, um Kreislauf und Blutdruck zu schonen.
Hitzewellen belasten nicht nur alte und kranke Menschen, sondern auch ihre Angehörigen. Sie sollten auf sich selbst achten und ebenfalls ausreichend trinken, Pausen einlegen und Kräfte schonen.
Von Carolin Grehl.
Vor Hitze und Flüssigkeitsmangel schützen
Mit einfachen Maßnahmen können Angehörige die heißen Tage und Nächte für Pflegebedürftige – und sich selbst – erträglicher machen:
Aktivitäten anpassen
Termine auf andere Tage oder kühlere Tageszeiten verschieben, etwa in den Vormittag. Spaziergänge, Treffen oder Pflegetätigkeiten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen. Körperliche Anstrengung vermeiden.
Raumtemperatur regulieren
Tagsüber die Fenster und Terrassentüren mit Rollläden, Markisen oder Vorhängen abdunkeln. Lüften, wenn es am kühlsten ist: nachts, spätabends oder frühmorgens. Zum Querlüften gegenüberliegende Fenster öffnen. Ventilatoren oder Klimageräte nutzen
Auf Sonnen- und Hitzeschutz achten
Im Freien möglichst im Schatten bleiben. Mit leichter Kopfbedeckung, Sonnencreme sowie luftiger, langer Kleidung vor Sonne und Hitze schützen.
Für Abkühlung sorgen
Arme und Beine mit Wasser besprühen, Fußbäder machen oder kühles Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmeflasche oder (nicht eiskalte) Kühlakkus am Körper tragen.
Leichte Kleidung und Bettwäsche verwenden
Atmungsaktive Kleidung und Nachtwäsche aus Baumwolle oder Leinen anziehen. Statt mit einer warmen Decke nur mit Baumwoll-Bettwäsche schlafen. Inkontinenzhosen oder -unterlagen ohne Folienbeschichtung nutzen.
Trink- und Essverhalten anpassen
Täglich mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Sichtbar platzierte Gläser, Apps oder Handywecker erinnern daran. Natriumreiches Wasser oder Fleischbrühe gleichen den Salz- und Mineralhaushalt aus. Kleine Mahlzeiten mit wasserreichem Obst und Gemüse sind besser als große, fettige Portionen.
Medikamente richtig dosieren
Einige Arzneimittel, etwa blutdrucksenkende oder entwässernde Präparate, können – nach ärztlicher Rücksprache – in der Dosierung angepasst werden, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.
Tipps zum Umgang mit Hitze
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt praktische Hinweise für die häusliche Pflege bei Hitze.